Mehrwertsteuer und Infos HEKLA


Slot/Scaleracing Forum


Geschrieben von Haithabu Racing am 01. Juli 2020 16:11:29:

Moin aus Haithabu,

die Corona-Krise hat uns Slotter noch immer fest im Griff!
So langsam dürfen die ersten Clubabende wieder genossen werden, doch Rennen sind nur regional und unter besonderen Hygieneauflagen gestattet.
Der Staat hat der Konjunktur unter die Arme gegriffen und die Mehrwertsteuer von 19% auf 16% gesenkt. Auch wenn der Einkauf keine riesigen Dimensionen annimmt, wollen wir diese Hilfe doch gerne an Euch weiter geben!prostprostprost

Zu unserem HEKLA:
Nachdem unser Erstlings-„fahr“ werk so gut angenommen wird, möchten wir hier noch ein paar Zeilen zum Thema „Hekla“ posten.
Viel Spass beim lesen!

History of Hekla 58 „VH“ für die DSC.


Bei der Entwicklung und Konstruktion eines jeden Chassis macht man sich gewisse Gedanken. An dieser Stelle möchten wir das Hekla 58 „VH“ mal etwas ausführlicher erklären.
- Warum so viele Teile ?
- Welches Konzept steckt dahinter ?
- Was heißt eigentlich „VH“ ?
- Gedrehte Distanzhülsen ?
- Mehrere Gewichte ?

Und Hekla ?…., genau wer’s schon gegoogelt hat, findet darunter den Namen des größten Vulkans auf Island. Klar das in dem Höllenfeuer das Messing für die Grundplatten, wie einst das Eisen für die Axt von Eric dem Wikinger, gehärtet werden zwinker.

Das Chassis wurde gemeinsam von Lars Schäfer, Matthias Parke und Jan Reimer entwickelt. Zusammen verfügen wir über fast 70 Jahre DSC Erfahrung !
Matthias hatte vorher schon die Motor Modern Chassis und die Werkschassis, die auch der Ursprung der BR-Chassis sind, mitentwickelt.


Das Grundkonzept und die dazu gehörigen Daten stammen von Matthias.
Die Zeichnungen und die Manufaktur hat Lars unter seinen Fittichen.
Zusammenbau, Qualitätskontrolle und Logistik liegt in Jan´s Zuständigkeitsbereich.

Der Aufbau des Hekla 58 besteht, wie bei fast allen modernen Chassis, aus:
- Messing (Grundplatte und Gewichte).
- Aluminium (Achsböcke und Motorhalter).
- Carbon (Karosseriehalter, Federplatte etc.).
- 3D Druckteile (Motorkabelhalter).

Alle Messing- und Carbonteile werden auf der hauseigenen CNC-Fräse gefertigt.
Die 3D Druckteile kommen ebenfalls aus dem Hause Haithabu-Slotracing.
Die Drehteile stammen vom selben Zulieferer der seit vielen Jahren die bewährten JP-Felgen liefert.
Bei den gefrästen Aluminiumteilen (Achsböcke und Motorhalter) greifen wir auf die Erfahrung und Qualität von Sebastian Nockemann (DoSlot) zurück.

Seit dem Jahr 2000 befasst sich Matthias nun schon mit der Entwicklung von Chassis.
Dies nicht nur als Ideengeber und Tester sondern auch als Händler.
Spätestens als Händler musste er sich damit auseinandersetzen, wie er ein konkurrenzfähiges Fahrwerk zu einem am Markt vertretbaren Preis anbieten kann. Besonders dieser Punkt forderte einige Kompromisse.
Durch die moderne inhouse Fertigung sind wir heute in der Lage zusätzliche Zurüstteile ohne nennenswerte Mehrkosten zu fertigen. Dadurch konnten wir weitere Präzisionteile, wie die gedrehten Unterlegscheiben und die gedrehten Rosetten in den Lieferumfang integrieren. Die Prozessüberwachung steigert natürlich auch die Qualität, was uns besondere Freude bereitet. Schliesslich handelt es sich bei all unserem Tun um ein Hobby, bei dem wir Spass und Erfolg haben wollen.
Das Hekla 58 „VH“ ist natürlich in erster Linie für die DSC Klasse1 gedacht. Auch für schmalere Klasse2 Autos ist es bestens geeignet.

Wir sind uns sicher, dass die Chassis zukünftig auch unter Mini-Z und Youngtimern zu sehen sein werden.

Das Chassis ist gemacht für…:


Hauptaugenmerk lag natürlich auf der Verwendung aller derzeitigen Haithabu GFK-Kits der Klasse1.


- Cheetah Coupe

- Cheetah Roadster

- Corvette Hardtop und Cabrio

- Jaguar Roadster

- Jaguar Coupe

Es passt natürlich auch für alle anderen Karosserien mit ähnlichen Abmessungen, aber eben nur wenn auf der Hinterachse eine Spurbreite von 75mm möglich ist. Für Mittelmotor Fahrzeuge der Klasse1 (72mm Spurbreite) passt es nicht!

Prinzipiell kann das Chassis natürlich auch für diverse schmalere DSC Klasse2 und HC Fahrzeuge verwendet werden.
Es ist darauf zu achten, dass die Grundplatte hinten zwischen den Hinterrädern 48mm breit ist. Dies hat zur Folge, dass bei 13mm breiten Hinterrädern das Auto mindestens 74,5mm breit sein muss. Bei 16mm breiten Pneus dann natürlich mindestens 80mm.


Das Karosseriegewicht.


Die größte Herausforderung die das DSC Reglement der Klasse1 an einen Chassiskonstrukteur und den Fahrzeugbauer stellt ist das Erreichen des Karosseriemindestgewichtes von 44gr. incl. Halter.

Nicht jede Karosserie ist gleich schwer. Nicht jeder Modellbauer baut gleich schwer. Somit ist es besonders wichtig mit den Zusatzgewichten variieren zu können.
Früher wurde mit Wolframstäben gearbeitet. Diese waren einfach abzulängen und durch die verschiedenen Durchmesser unterschiedlich schwer.
Jedoch ging der Trend zu breiteren Chassis, die den Platz zwischen den Schwellern voll ausfüllten. Es war also kein Platz mehr für das Wolfram, was auch sehr häufig nicht sehr sauber, und aufgrund der Karosserieform oftmals nicht tief genug in die Karosserie eingeklebt werden konnte. Das war unserer Meinung nach sehr unbefriedigend.
Diverse Versuche anderer Hersteller, mit Messinggewichten die mit der Karosseriebefestigung kombiniert werden, sind in der Handhabung etwas fummelig.
Die Lösung mit Mittelgewichten hat den Nachteil, das die Karosserieschrauben zur Demontage des Fahrzeugs komplett gelöst werden müssen. Auch der Wackel kann durch unsauberes Montieren beeinträchtigt werden.
Unsere Lösung ist einfach wie genial. Wir verbauen einen Karosseriehalter mit festverschraubten Gewichten. Zwei zusätzliche Schrauben machen das Demontieren und Montieren sehr einfach.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Mit den im Lieferumfang enthaltenen Zusatzgewichten und/oder Blei kann das Karosseriemindestgewicht von 44g sehr bequem erreicht werden. Mit den ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Unterlegscheiben (gedreht / Aluminium) kann das Gewicht auf die Höhe der Grundplatte gebracht werden.
Die Grundplatte mit den außenliegenden Wackelpunkten kann auf maximale Breite gebracht werden.
Zur Demontage müssen die 4 Karosseriebefestigungsschrauben lediglich gelöst und die Karosseriehalter ausgehakt werden.

Der Schwerpunkt und die Gewichtsverteilung :


Eines der wichtigsten Merkmale bei allen Wettbewerbsautos ist der Schwerpunkt.

Einerseits ist es wichtig diesen möglichst niedrig zu legen, weshalb die Carbonteile nur 1mm stark sind. Lediglich die Karoseriehalter sind 1,5mm dick um die Taschenfräsungen für die Sechskantmuttern herstellen zu können.


Achsböcke und die Motorhalter sind ebenfalls sehr sehr leicht.
Ausdehnung und Materialstärke sind auf das Nötigste reduziert um die Wärme des Motors abführen, bzw. die Stabilität der Achsböcke gewährleisten zu können.
Jede einzelne Einsparung des oberliegenden Materials mag wenig erscheinen, aber die Summe aller Einsparungen führte dann dazu das 5gr. mehr Gewicht in die Grundplatte gebracht werden konnte.
Dies wiederum sorgt dafür, dass der Schwerpunkt des Fahrwerks so tief wie irgend möglich ist und dem Modellbauer nach oben hin gewisse Freiheiten läßt.

Betrachtet man sich das Layout der Grundplatte, wird man erkennen, dass wir versucht haben möglichst viel Material um den Motor herum zu konzentrieren. Den Bereich vor dem Motor haben wir ausgefüllt und zwischen Motor und Hinterachse wird jeder Millimeter genutzt ohne zu viel Material hinter der Hinterachse zu erhalten.

Der um ca.1,8mm abgesenkte Motor ist Teil des Schwerpunktkonzeptes.
Wir haben darauf verzichtet eine Tasche für den Motor zu fräsen und stattdessen wird der Motor mit einem Gegenhalter befestigt. Dies verhindert Vibrationen und sorgt für eine optimale Wärmeabfuhr.
Nachbetrachtend können wir feststellen, dass sich alle Mühen gelohnt haben.
Der Wunsch nach einem Fahrwerk, welches sowohl in den Kurven als auch beim Beschleunigen aus den Kurven heraus Speed hat, konnten wir mit dem Hekla erreichen. Wir sind extrem Stolz, dass sich all das Diskutieren, Streiten, Zeichnen, Fräsen und Drucken gelohnt haben.
Weitere Features… und wofür steht eigentlich „VH“ ???

Na wofür steht „VH“ ? , ......ein weiteres Rätsel ?, ....noch ein Chassis zu gewinnen ?
Nein 


„VH“ steht für „Volle Hütte“ !

Das heißt soviel wie….
Megafette Ausstattung bestehend aus:
- 4 x Seitengewichte (2 x 1,5mm je 4,1g, 2 x 2mm je 5,3g)
- 4 x gedrehte Aluminium Unterlegscheiben 0,5mm
- 4 x gedrehte Aluminium Unterlegscheiben 1mm
- 6 x gedrehte Rosetten für Senkkopfschrauben
- 3D gedruckte Kabelführungsclips
- JP Fox Motor
- Motorkabel
- 8 x Achsbockdistanzen (4 x 0,5mm, 4 x 1mm)


Weitere Chassis ?


Klar das noch mehr kommt !
Als nächstes wird für die Klasse 2 ein Chassis mit 70mm, 66mm und 62mm kommen.
Dazu ein Trans-Am Chassis und ein schmales Chassis für "HC".
Auch Achsböcke für 13“ Räder werden kommen.


Eine Herzensangelegenheit haben wir natürlich noch.

Natürlich wird es noch ein Chassis und natürlich auch den GFK Bausatz eines Opel GT von Stephan Wiesel geben.

Nach und nach wird all das verwirklicht werden.
Es gibt noch viel zu tun !

 Stay Tuned !



Moin und Skoal



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