DTM Masters Endlauf im Hamburger Eiskeller – Die Story eines Neueinsteigers…


Slot/Scaleracing Forum


Geschrieben von twincam am 26. März 2019 17:46:30:

Als Einzelevent des SRC Stade geboren, hat sich die DTM Masters Rennserie mit vier ausgewählten Veranstaltungen pro Jahr im norddeutschen Raum schnell und dauerhaft etabliert. Gefahren wird in zwei Klassen, zum einen die Autos der klassischen DTM bis 1996 und zum anderen die modernen bis tagesaktuellen Autos ab 2000. Ein Sprint- plus zwei Hauptrennen stehen dabei auf dem Programm.

Die Vorgeschichte…
Sechs Wochen vor dem Endlauf im Eiskeller wird der Harburger Maler gefragt ob er nicht vielleicht auch mitspielen will, mittendrin statt nur dabei quasi.
„Och nööö… Hab gar kein Auto, keine Zeit, keine Lust, kein nix etc.“
Man kennt die Sprüche ja.

Kurz darauf findet Daniel B. aus H. bzw. B. in seinem Panzerschrank zwei eingestaubte DTM Autos aus den Stader Anfangszeiten und hat nichts Besseres zu tun als diese einem Clubmitglied anzubieten.
„Hier, nimm die mal mit. Musst du nur abstauben…“
…um dann noch hinterher zu schieben:
„Wenn die gut laufen, würde ich auch verkaufen…“

Das Clubmitglied, wir nennen es mal Frank, nimmt das Angebot gerne an und das Drama nimmt seinen Lauf… Wer schon mal einen 10 Jahre eingelagerten Rasenmäher reanimiert hat, weiß ja das es nicht beim abstauben bleibt und man am Ende vielleicht doch besser einen neuen gekauft hätte…

Hier handelt es sich aber nicht um irgendeinen Rasenmäher sondern um einen sichtlich kampferprobten Mercedes CLK auf einem der berüchtigten Chassis (Thors Hammer…) aus der Hexenküche von „de Konsul“ Gerd van de Wiel. Immerhin auch ein ehemaliger Eiskelleraner. Zur Erinnerung, das war damals das erste Chassis auf dem Markt mit Front- und Heckfederung auf Torsionsbasis! Plus Einzelradaufhängung mit Radsturz vorne!
Der andere Renner ist ein wirklich schicker Mercedes C180 ProMarkt Deckel in Verbindung mit einem furchterregenden Eigenbauchassis. Das besteht aus einem wilden Mix von Plafit Teilen auf einer umgefrickelten 18D Grundplatte und einer sehr speziellen Deckelanbindung. Dazu später mehr…

Ein erster Rollout mit runtergerockten DTSW Rädern ergibt Rundenzeiten um die 5,7s auf dem Hansering. Also brauchbar. Glaubt Frank.

In den kommenden Wochen wurden beide Autos dann abgestaubt und durchgesehen. Am Ende waren es für zwei Autos vier neue Vorderräder, acht neue Hinterräder mit je zwei Reifenmischungen, Achsen, Getriebe, Motoren, Leitkiele und Schleifer… Für den CLK wurde unter tatkräftiger Mithilfe des DSC Nord Chefs noch ein zweiter Satz gefräster OZ Designfelgen mit rot abgesetzter Zentralmutter aufgetrieben. Die werden schon lang nicht mehr hergestellt. Alleine dafür ist ein mittlerer zweistelliger Betrag über den Tresen gewandert. Wie war das noch mit dem Rasenmäher?

Am Mittwoch vor dem Rennen sollte erstmals ernsthaft und geheim getestet werden. Also früh Feierabend gemacht und um 15:30 im Eiskeller eingecheckt als überraschend der Maler auf den Hof rollt.
Frank >> „Was machst du denn schon hier?“
Maler >> „Muss noch die DTM Autos abstimmen… Grummel…“
Aha…

Es stellt sich schnell heraus, dass der ProMarkt C180 bei der geringsten Feindberührung den Deckel abwirft ansonsten aber trotz oder vielleicht sogar wegen des merkwürdigen Chassis ganz ordentlich läuft. Am Ende des Tages muss nach einem Crash der Deckel neu verklebt werden.
Der CLK läuft dagegen nur so lala, der Deckel wackelt nur sehr eingeschränkt und der Motor bremst so gut wie nicht. Zunächst war ein defekter Regler im Fokus aber dann stellt sich raus das ein 13/46 Getriebe verbaut ist. Warum man sowas macht? Dazu kommen wir noch….

Am Freitagabend vor dem Rennen dann „nur noch“ die abschließenden Arbeiten und weil gerade Vollmond ist, nebenbei noch schnell die beiden neuen Motoren in Wolfsmilch einlaufen lassen. Gegen Mitternacht nur noch schnell das Getriebe wechseln. Da war dann auch schnell klar warum im CLK ein 13/46 Getriebe steckt. Der Motor kommt nicht dicht genug an die Hinterachse. Also das Chassis nochmal zerlegen und erfolglos mit verschiedenen Zahnrädern und Motorträgern rumpuzzeln um gegen 01:30 Uhr genervt und in einem Anfall von Gleichgültigkeit dann doch ein 11/44 Getriebe einzubauen. Besser als vorher aber optimal geht natürlich anders…

Am Samstag dann Training mit zunächst sehr durchwachsenden Rundenzeiten. Der ProMarkt C180 läuft ganz ordentlich solange der Deckel nirgends anschlägt, während der CLK mal sehr gut rennt und dann von jetzt auf gleich wieder keine Leistung hat. Hat der neue Motor die Wolfsmilch nicht vertragen?

Das Sprintrennen sah den CLK am Start und zu Beginn lief der auch richtig gut. Irgendwann war dann aber Schluss mit Lustig mit Vortrieb. Das große Scaleauto Zahnrad hatte sich schleichend auf der Achse gelöst. Der Maler leistete noch unbürokratische Pannenhilfe an der Bahn aber das kurze Sprintrennen war natürlich gelaufen…

Zwischenzeitlich hatten wir noch Besuch vom „Konsul“ aka Gerd van de Wiel, der vielsagend lächelnd zur Kenntnis nahm, das seine Chassis noch an vorderster Front im Einsatz sind!

Unser Sternekochanwärter Martin hatte ja beim DSC Endlauf schon „Live Cooking“ im Eiskeller angedroht und das auch prompt umgesetzt. Es gab thailändische Hühnersuppe „Tom Kha Gai“ mit Kokosmilch und Reis. Vor Ort live zubereitet! Die Bande war restlos begeistert und die ersten haben schon gefragt wie hoch das Startgeld ist, wenn sie nur zum Essen kommen und ob man Tische für die Familie reservieren kann… Kasu vom Sawhill wurde auch verdächtig oft bei Martin gesehen… Ganz großes Kino!

Das erste Hauptrennen mit dem ProMarkt C180 hat viel Spaß gemacht wenn man mal davon absieht das 5,7er Rundenzeiten bei dem Fahrerfeld allerhöchstens fürs letzte Drittel reichen. Immerhin hat der Benz nicht ein einziges Mal den Deckel abgeworfen! Platz elf.

Kay konnte dann zur Kaffeezeit ebenfalls mit Live Cooking glänzen und präsentierte frisch gebackene Waffeln mit Puderzucker! Großartig!

Das zweite Hauptrennen mit dem CLK lief prächtig bis der Sternenkreuzer erneut schwächelte und ca. zwei bis drei Zehntel pro Runde verlor. Ein fotogeätzte Bremsscheibe der OZ Designfelgen hatte sich gelöst und das linke Vorderrad zeitweise gebremst… Immerhin noch Platz elf, was angesichts des schlecht wackelnden Deckels und des Bremsscheibendebakels ja doch noch respektabel ist. Potential ist also da…!


Mit Sven Ahrens konnte ein ex Eiskelleraner alle drei Rennen gewinnen während Wolfgang Kottsieper die zweifelhafte Ehre hatte, den riesigen Wanderpokal für den Sieg in der Gesamtwertung ein weiteres Mal nach Wolfsburg zu schleppen!

Glückwunsch an Sven und Wolfgang und an alle anderen Platzierten!

Ein großes Dankeschön an Kay Ossenbrügge für das langjährige Organisieren der Rennserie und die frischen Waffeln!

Fazit der DTM Masters:
Der DTM Spirit ist lebendiger denn je!
Sternenkreuzer haben IMMER Potential!
Der Maler hat Autos für JEDE Rennserie im Koffer!
Immer den zehn Jahre alten Rasenmäher im Hinterkopf behalten!
Scaleauto Zahnräder haben ihren schlechten Ruf völlig zu Recht!
Live cooking im Eiskeller finden wir großartig!
Fotogeätzte Bremsscheiben sind nur schön wenn der Kleber hält!

Gruß
Otto Cilindri

Am Ende, wie immer die Impressionen des Renntags…

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