10. Lauf F.R.A. GT/LM Serie 2002 (Kaarst)


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Geschrieben von Frank Zenk am 14. Oktober 2002 13:22:55:

10. Lauf F.R.A GT / LM Serie 2002 Kaarst

Das Saisonfinale der diesjährigen F.R.A. GT / LM - Serie , erstmals ausgetragen bei Lutoly´´s-Slot-Car-Race Center in Kaarst auf einer in Deutschland wohl einmaligen 60 Meter langen 6-spurigen Carrerarennbahn, war von einer besonderen Atmosphäre gezeichnet. 11 Teams mit 22 Fahrern hatten sich auf ein 3 Stundenrennen vorbereitet, wovon 1 1/2 Stunden als Nachtrennen ausgetragen wurden. Nicht nur die Teilnehmer sondern auch die vielen Besucher des Finallaufes waren allein durch die Dimension der Rennanlage sichtlich beeindruckt.

Obwohl die Meisterschaft 2002 bereits beim vorletzten Lauf in Mannheim vorzeitig zu Gunsten von Ralf Christians und Jörg Rehse mit dem „Sachsenpower“ BMW V12 LMR entschieden worden war, hatten noch vier Teams die Chance auf den Vizetitel! In Abwesenheit seines „nicht mehr“ – Copiloten Sebastian Nockemann hatte Tobias Boldt mit seinem leihweise zur Verfügung gestellten Champion –Audi R8 keine Möglichkeit den zweiten Platz in der diesjährigen F.R.A. GT/LM Serie zu sichern. Um so mehr ist es ihm sportlich hoch anzurechnen, dass er unter diesem Aspekt mit seinem Ersatz-Co Sebastian Port als Gaststarter überhaupt an der Veranstaltung teilgenommen hat! Da sich der vielfache Ex-Meister Uwe Zingel mit seinem Teampartner Stephan Bolz ebenfalls für einen Gaststart mit ihrem „leichten“ Nissan R390 GT1 entschieden, sollte der Vizetitel im direkten Vergleich zwischen Bernd und Carsten Starke auf dem zweiten „Sachsenpower“ BMW V12 LMR und Werner Bolz und Bernd Michels auf Ihrem neu aufgebauten BMW V12 LM entschieden werden.

Schon beim Freitagstraining hatte sich gezeigt, dass die Entscheidung über den Sieg in der Dunkelheit der Nacht fallen würde. Die Fahrer wurden bei der enormen Streckenlänge in absoluter Dunkelheit (!) bis an ihre Grenzen belastet. Die vielen Unfälle im Nacht-Training hatten die Teams dazu motiviert, mittels einer Unterschriftenliste zumindest eine Restbeleuchtung entlang der Rennstrecke für das Rennen zu erreichen. Um sich aber von anderen Veranstaltungen dieser Art abzuheben, entschieden die Rennleitung und der Veranstalter dann aber doch, die Nachtsequenz komplett abgedunkelt auszutragen.

Am Renntag herrschte bei den meisten Teams bis zur Abnahme eine an sich unübliche Hektik bei der Fahrzeugvorbereitung und dem Herausfinden der optimalen Rennabstimmung. Leicht verspätet erfolgte dann um 13:15 Uhr der Rennstart. Gefahren wurde in zwei Gruppen, wobei die an sich schlechtere erste Startgruppe durch die ihr zugeordneten Gaststartern die Favoriten auf den Tagessieg stellte. Überraschenderweise gaben die mit ihrem „alten“ im Training überhaupt nicht gut aussehenden dritten Sachsenpower-BMW V12 LMR fahrenden Mirko und Ingolf Weber die Pace an. Mit Zeiten von 13,7 Sek. (60 Meter!) fuhren sie ihren Markenkollegen und neuen F.R.A.-Meister 2002 Ralf Christians und Jörg Rehse langsam aber sicher davon. Und auch der Altmeister Uwe Zingel konnte mit Stephan Bolz dieses hohe Tempo trotz leichtem Rennauto nicht mitgehen. Die erstmals startenden neuen Junioren David Schneider unterstützt durch den „Kaarster“ Markus Herrmanns mit Ihrem Ferrari F550 Maranello sowie Sebastian Port unterstützt durch Tobias Boldt mit Ihrem Audi R8 hatten alle Hände (Regler) voll zu tun, die Top-Gaststarter nicht zu behindern. Gott sei Dank erfolgten die Überrundungen dank der Streckenlänge nicht zu oft!

Die zweite Startergruppe war durch den Zweikampf um den Vizetitel zwischen Werner Bolz und Bernd Michels sowie Bernd und Carsten Starke geprägt. Ein weiteres Duell in der Meisterschaft um die Vorherrschaft im Mittelfeld wurde zwischen den Teams Hans Bickenbach / Ingo Vorberg (Porsche GT1) und (Mercedes CLK GTR) ausgetragen. Während der unglaubliche schnelle Mercedes CLK-GTR von Frank Schüler und Stephan Besmehn mit ihrem guten Zeiten noch zu den Anwärtern auf einen Podestplatz gehörten, konnten sich die Porsche-Fahrer erst später in der Nacht mit guten Zeiten ins rechte Licht setzen. Auf dem zweiten Ferrari F550 Maranello fuhren Siggi Jung und Frank Zenk unspektakulär einer Platzierung im Mittelfeld entgegen.

Nach fast vier Stunden (2 Startergruppen) wurde dann der Nachtdurchgang gestartet. Es war schon sehenswert, wie sich die Fahrzeuge mit ihren Xenon-Scheinwerfern den Weg über die lange dunkle Fahrbahn suchten. Und ganz im Gegensatz zum Training hielt sich die Anzahl der Unfälle und Ausritte stark in Grenzen. Um so mehr folgten die fast üblichen Dramen in der Nacht! Mit Spitzenzeiten (13,6 Sek.! ) waren Mirko und Ingolf Weber auf dem Weg zum Sieg. Der totale Ausfall der Scheinwerferanlage („25 Jahre alte DDR-Technik!“) raubte Ihnen alle Chancen. Nach langen Reparaturzeiten fuhren sie das Rennen mit Rundenrekorden aber zumindest zu Ende. Weitere Teams fielen durch umfangreiche Wartungsarbeiten überwiegend an der elektrischen Anlage in der Wertung zurück: Betroffen waren die Junioren Sebastian Vogel und Christian Schnitzler mit Ihrem Ferrari F360 Modena sowie Sebastian Port und Tobias Boldt mit Ihrem Audi R8. Letztere mussten das Auto sogar über die Ziellinie schieben. Nach dem Ausfall des Weber-Teams war der Weg zum Sieg frei für die neuen F.R.A. GT/LM Meister 2002 Ralf Christians und Jörg Rehse. Uwe Zingel und Stephan Bolz konnten das Tempo nicht mehr forcieren und fuhren somit den 2. Platz nach Hause. Rundengleich mit dem drittplatzierten Team liefen Frank Schüler und Stephan Besmehn mit ihrer besten diesjährigen Platzierung als 4. ins Ziel! Dank dem knappen 3. Platz wurden Werner Bolz und Bernd Michels mit nur einem Punkt Vorsprung vor den Dormunder Junioren Tobias Boldt und Sebastian Nockemann Dritte der diesjährigen Meisterschaft! Der Vizetitel ging wieder einmal an Bernd und Carsten Starke (die ewigen Zweiten in der Meisterschaft)!

Ergebnisse:

1. Christians / Rehse BMW V12 LMR 744 Runden
2. Zingel / Bolz Nissan R390 GT1 732 Runden
3. Bolz / Michels BMW V12 LM 723 Runden
4. Schüler / Besmehn AMG Mercedes CLK-GTR 723 Runden
5. Starke / Starke BMW V12 LMR 716 Runden
6. Zenk / Jung Ferrari 550 Maranello 706 Runden
7. Bickenbach / Vorberg Porsche GT1 695 Runden
8. Schneider / Herrmanns Ferrari F550 Maranello 691 Runden
9. Vogel / Schnitzler Ferrari F360 Modena 633 Runden
10. Weber / Weber BMW V12 LMR 632 Runden
11. Boldt / Port Audi R8 576 Runden

Der abschließenden Siegerehrung auch im Namen des Sponsors Carrera Time Uhren folgte ein kleiner Umtrunk und ein gemeinsames Abendessen. Ein wenig traurig war der Abschied: Nach nunmehr acht Jahren F.R.A GT/LM Serie werde ich diese Rennserie im nächsten Jahr nicht mehr veranstalten. Private Veränderungen und der damit verbundene Standortwechsel ins Rhein Main Gebiet lassen dies leider nicht mehr zu. Nach einer für alle Teams schönen Saison habe ich die Bekanntgabe meiner Entscheidung bis zum letzten Lauf zurückgehalten.

Frank Zenk
Organisation F.R.A. GT/LM Serie 2002






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